| Anselm und Kalle auf großer Bayern-Rundfahrt | Bericht KALUSCHKE PETER GERD-ARTHUR | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Am 10.08.09 starteten 81 Randonneure um 10.00 Uhr, bei ungewöhnlichen, sonnigen Wetter zur 1. Großen Bayern Rundfahrt. Karl Weimann, der Organisator dieser Tour, hatte eine doch sehr anspruchsvolle Strecke für uns Randonneure zusammengestellt. Ein Tag vorher war der Fahrradcheck, bis zu den Ersatzbremsbelägen! Alles wurde genausten überprüft. Es kamen eine Dame mit ihren Rad zum Check in, mit dem wäre ich nicht einmal zum Brötchen holen gefahren ohne Angst zuhaben, dass es auseinander fällt. Bremsen wollte sie wahrscheinlich mit Gottes Segen, denn die Bremsbeläge waren vollkommen runter. Aber trotzdem diskutieren wie eine Große. Brachte auch nicht fiel, keine neuen Bremsbeläge, kein Start, Ende der Diskussion. Anschließend gab es die erforderlichen Papiere für die Tour und eine Nudelparty. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wie immer in Osterdorf, wenn Karl ein Brevet startet, ist die örtliche Presse und selbstverständlich auch der Bürgermeister anwesend. Es folgte die übliche Ansprache von Karl und wie immer fuhr Karl als Erster los, bis Ortsende erst dann durften die anderen vorbei. Es ist halt Karl in Bayern. Dann ging die Post ab. Ich dachte nur, es ist doch kein Kurzstreckenrennen, oder? Für einige Auserwählte doch! Der Erste war nach 59:30Std zurück. Die Wenigen die Ihn gesehen haben sagten nur, er ist über die Berge geflogen. Ganz andere Liga. Da Anselm und ich es schon zum Jahresanfang allen erzählt haben, dass wir in Bayern starten werden, haben wir uns auch dementsprechend vorbereitet. Von einem Zeitplan bis zu den Höhenprofilen der einzelnen Streckenabschnitten. Theoretisch waren wir die Bayerntour schon dreimal gefahren, nun folgte der praktische Teil, denn mit dem Rad wollten wir es ja auch noch mal fahren. Im Übrigen über eine Tour schnacken ist einfacher als die Taten folgen zu lassen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der erste Streckenabschnitt von Osterdorf bis Wertingen verlief mit diversen Anstiegen und den dazugehörigen Abfahrten noch fast so wie wir uns es vorgestellt haben, okay den Regen brauchten wir nicht, aber den gab es gratis dazu. Da wir in den Alpen waren konnten wir auch nicht nur mit flachen Strecken rechnen.Der zweite Abschnitt von Wertingen nach Illertal Ost( ca. 87km) war schon sehr hart. Es ging stetig bergauf mit mörderischen Anstiegen und Abfahrten mit 8km/h ca. 40 -50 min hoch, und mit knapp 70 km/h 5min wieder bergab. Zur meiner Schande muss ich leider auch sagen, dass ich mit einer abklingenden Erkältung gestartet bin. Es war nicht unbedingt förderlich für dieses Streckenprofil. Wenn ich das Durchstehen wollte, musste ich etwas ändern, also fiel langsamer auf den vermeintlich ebenen Streckenteilen und im Windschatten von Anselm, so fuhren wir dann 18 km/h und ein Puls ging langsam wieder herunter, sodass ich auch mit Anselms Hilfe die Zweite Etappe schaffte. Nach dem ich mir das Profil nochmals angeschaut hatte musste ich feststellen, dass es nur bergauf ging und ich mich unnötig nervös gemacht habe. Ich hatte mein Freund Anselm an meiner Seite, der mich aus dem kleinen Tal wieder herausholte. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der dritte Abschnitt von Illertal Ost nach Roßhaupten (ca.100km). Ein Anstieg nach den Nächsten und kleine Abfahrten, das heißt überwiegend bergauf! Von Roßhaupten nach Munau ( ca 52 km) ging es laut Höhenprofil überwiegend bergab, wenn da nicht immer wieder diese Anstiege von 8 12% gewesen wären. Pünktlich um 00:02 begrüßte uns der Gastwirt zur Post persönlich. Wir waren die ersten Radfahrer am neuen Tag. Nach der herzlichen Begrüßung gingen wir dann ins Wirtshaus in einen Raum der extra für uns Radfahrer reserviert war. Hübsche Mädels servierten Nudelgerichte und Getränke. Karl hatte im voraus schon soziale Preise für uns vereinbart. So nett es auch im Wirtshaus war, mussten wir doch wieder los und ein paar Kilometer durch die Nacht radeln und wie immer rauf und runter. Früh morgens gegen 06:30 Uhr waren wir am Walchensee, so wie ich an keiner Eisdiele vorbeifahren kann, ergeht es Anselm mit Bäckereien. Also haben wir hier ausgiebig gefrühstückt mit Seeblick und Sonnenschein. Viel schön um wahr zu sein. Es wurden auch andere Randonneure auf diesen Bäcker aufmerksam. So trafen wir u.a. den ersten Aussteigeraus unserer Tour. Er hatte Knieprobleme. Die weitere Fahrt am See ging für bayrische Verhältnisse human los, aber dann ging die Straße in den Himmel, das Schild zeigte 14% Steigung auf 2,8km an, dann kam ein Schild mit 16 % auf 1,8km und dann 18 % auf 800 Meter kam. Fast eine Stunde brauchten wir für diesen Anstieg. Es folgte eine kleine Abfahrt und vielen kleinen Anstiegen über ca. 25 km, erst dann ging es von 850 m auf 700m über 30km bergab. was für eine Wohltat.aus unserer Tour. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der fünfte Abschnitt von Bad Tölz nach Unterwössen verlief ähnlich, die ersten 40 Kilometer mit vielen kleinen Anstiegen und noch kleineren Abfahrten bis dann wieder die Straße in den Himmel zeigte 8 % über 8km. Vollkommen am Ende mit der Kraft oben angekommen auf 1120 N.N Meter. Es folgte nach einer kleinen aber mehr als verdienten Pause, die Fahrt in die Hölle vom 1120 N.N Meter auf 480N.n Meter über 15km Abfahrt ein Teilstück mit 18% Gefälle! Der absolute Wahnsinn. Es folgten wie immer kleine Ansteige und Abfahrten. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der sechste Abschnitt von Unterwössen nach Waging am See war für die Tour eher eine leichte Etappe. Zwei, drei harte Anstiege 8 -12% über 1 -1,5 km und diversen kleinen Anstiegen und Abfahrten. Bis dahin waren wir 585 km in 35 Stunden in den Alpen durchgefahren. Wir lagen gut im Zeitfenster. Jetzt war duschen, essen und 2Std schlafen angesagt. Man können zwei Stunden schnell verlaufen. Alles wieder angezogen und bei Trockenheit um 23:30 Uhr wieder auf die Piste Richtung Landau an der Isar. In Bayrischzell hatte wir noch einen Hammeranstieg über 3km und eine sehr steile Abfahrt. Bei der Abfahrt mit 50 60 km/h schaukelte sich bei einem Bremsversuch das Rad von Anselm auf. Ich habe ihn schon stürzen sehen, aber mit brutalster Gewalt hat er sein Rad zum Stehen bekommen Pause!! Unten an der Hummelei war die 1. Kontrollfrage und es gab erst einmal ein Hefeweizen alkoholfrei. Da Bayern ja nicht genug Berge hat, haben noch ein paar Anstiege in Österreich mitgenommen. Auf diesen Abschnitt von Waging am See bis Landau haben wir ca.30 Anstiege mit 8 -10 % mit Längen von 400 -600m gehabt. In Vohenstrauß waren wir bis dahin insgesamt 930 km gefahren .Hier war die letzte offizielle Übernachtungsmöglichkeit, also haben wir hier nochmals zwei Stunden geschlafen. Gegen 21:28 wachte ich plötzlich schweißgebadet auf, kein Mensch war mehr da Panik, verschlafen, Anselm verrückt gemacht, aber es war alles noch im grünen Bereich. Wir wollten bis 21:30 Uhr schlafen. Gegen 21:40 Uhr sind wir wieder gestartet. Für die nächsten Etappen blieben uns die Anstiege, Abfahrten und der Regen treu. Pünktlich um 24:00 Uhr von Mittwoch auf Donnerstag, um auf der Silberhütte, setze der Regen für weitere 10 Stunden ein. Das Zeitfenster immer im Blick radelten wir beide der letzten Etappe entgegen. Durch den ständigen Regen war mein Hintern sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Aber wir hatten 1147 km geschafft und brauchten nur noch 120 km bis zum Ziel und hatten über 12 Stunden Zeit dafür um dort noch rechtzeitig zu finishen. Charly, ein Randonneur aus Nordbayern, schloss sich der Schlussetappe uns an. Donnerstagmorgen gegen 02.00 Uhr wurden wir doch recht müde und wir entschlossen uns für 10 min in einem Bushaltehäuschen zu schlafen. Anselm und ich können das wunderbar. Für Charly war es nicht genug, denn nach einer weiteren Stunde verabschiedete sich Charly von uns, er wollte jetzt doch mindestens noch zwei weitere Stunden schlafen. Am Ende hatte Charly auch gefinished. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Etwa 70 km vor dem Ziel konnte ich beim besten Willen nicht mehr sitzen. Also bin ich die letzten 70km im Stehen gefahren, wieder eine neue Erfahrung. Das Karl uns noch nach 1240 km noch einen 18% Anstieg über 1400 m mit auf die Reise gab es eigentlich kaum noch der Erwähnung wert. Nach 92:25 Stunden waren wir beide überglücklich wieder im Ziel. Osterdorf. Für die Statistik:1267 km, ca. 14000 Höhenmeter, 81 Starter, 56 Finischer, 2x 2 Std in den Unterkünften und 2 x 10min im Bushaltehäuschen geschlafen, kein Sturz und kein Materialschaden, ca.40 Stunden Regen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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